Ausgabe Nr. 45 ► Viertes Herbstkonzert der Chorgemeinschaft Wyhl .Freitag, 9. November 2007.Auflage: 18350

 Klassik, Volkslied, Swing und Pop ließen die Herzen der Besuch höher schlagen

Fotos: Johannes Vogel

Wyhl (vj). Überzeugend dynamisch, kontrastreich war der Liederabend, der beim vierten Herbstkonzert der Chorgemeinschaft Herz und Gemüt der Zuhörer so richtig in Stimmung brachte. Dabei hatten die Gastgeber wieder eine gute Wahl getroffen und weitere fünf Chöre aus der Region zu Auftritten verpflichten können.

Dabei hatten die Liedermacher in der Mehrzweckhalle einen wunderbaren Mix aus ihrem großen Repertoire vor­gestellt, wobei traditionelle, klassische Chorliteratur, Volks- und Heimatlieder, Gospel, Spiritual aber auch die bewegende Kultur der russischen Seele dafür garantierten, dass ein solcher Unterhaltungsabend auch anspruchsvollen Zuhörern bestätig­te, dass Chorgesang nicht langweilig sondern überzeugend und Mut machend sein kann.

„Lassen Sie sich von der Macht des Gesangs verzaubern!" Diesen Rat gab Reinhard Lettau, Vorsitzender der Chorgemeinschaft, der nicht nur das Publikum, sondern auch die Gastchöre und Abordnungen befreundeter Gesangvereine willkom­men hieß. Schlagfertig und voller Charme gelang es Conny Weis, die erstmals durch einen Konzertabend führte dem erwartungsvollen Publi­kum den spannenden Bogen zu den einzelnen Liedvorträgen zu schlagen.

So war es die Chorgemeinschaft Germania Riegel, die die wenigen Kilometer vom Michaelsberg an den Rhein nicht scheute, um dort mit ihrer Dirigentin Diana Schmidt temperamentvoll das vierte Herbstkonzert fortzusetzen, so mit „Wochenend' und Sonnenschein", wo es dann schnurstracks nach Amerika zum Broadway ging und dort der Titelsong aus dem Musical „Hello Dolly" ebenso gefiel, wie der afrikanische Gospel „I Paradisi" und dann nach Text und Noten der gut gemeinte Rat „Lieder sind die besten Freunde" den Schlusspunkt für die Riegeler Germania setzte.

Ihre musikalische Stilrichtung Swing Pop und Gospel konnten zum vierten Herbstkonzert der Chorgemeinschaft Wyhl die Sänger Swipogos, eine Abordnung der Chorgemeinschaft Germania Riegel, bei ihrem gelungenen Auftritt unter Leitung von Diana Schmitt nicht leugnen.



Ein absolutes Glanzlicht beim vierten Herbstkonzert der Chorgemeinschaft Wyhl war der Auftritt des russischen Chores "Rosinka". Die kleine Sänger schar überzeugte in prachtvollen Kostümen ihrer Heimat und brachte die Gesangskultur des großen und fernen Landes auch mit Solisten auf dem Akkordeon und einer Tänzerin ganz groß raus.

„Wagenstadt zum Gruß"
Aus der Weinlandschaft des nördlichen Breisgau grüßte der Liederkranz 1887 Wagenstadt. Der klassische Männerchor mit der Leiterin Maria Berzon-Grigorenko machte seinem Heimatort mit „Wagenstadt zum Gruß" ebenso alle Ehre, wie die dortigen Winzer die zurecht feststellten „Der Wein vom Badner Ländle hat's in sich". Großartig dann die musika­lischen Kontraste mit der „Troika-fahrt" und „Zigeunerblut" und zum Finale gab's noch „Halleluja, sing ein Lied". Gerne erfüllten die Wagenstadter Sänger noch weitere stürmisch erklatschte Zugaben. Begleitet von Hermann Heß am Klavier, war der Auftritt der Sopranistin Dorothea Rieger für viele Zuhörer mehr als ein besonderer Augenblick. Mit dem „Vilja-Lied" aus der Operette „Die lustige Witwe" von Franz Lehar konnte sie ihre herrliche Stimme ebenso perfekt in Gestik und Mimik zum Ausdruck bringen wie beim nachfolgenden Stück „Leise ganz leise klingt's durch den Raum" aus Oscar Straus Operette „Ein Walzertraum".

Ganz auf der leichten und moder­nen Wellenlänge des Chorgesangs setzte der gemischte Chor „Procanto" aus Malterdingen. Das vielseitige Arrangement der überwiegend jungen Frauen- und Männerstimmen unter Leitung von Katharina Roser hatte die Erwartungen erfüllt. Mit „I will sing" wechselten die Procantos in eine andere stilistische Richtung, die den Charakter von Spiritual und Gospel nicht verleugnete. Noch eins drauf setzte Solist Christoph Maier mit dem Welthit „Wenn ich einmal reich war" wobei er in die Rolle des berühmten Sängers Ivan Rebroff schlüpfte und dieses Werk aus dem Musical „Anatevka" geradezu professionell aufführte.



Kontrastreich verabschiedet

Kontrastreich verabschiedete sich der gemischte Chor „Procanto" mit „Akanamandla", einem Lied aus Afrika, das sogar von der Hardrock-Band „Led Zepplin" inszeniert wurde.

Für viele war der kulturelle Höhepunkt der weite Sprung ins ferne Russland, wo es dem russischen Gastchor „Rosinka" aus Freiburg gelang, die wehmütige aber auch quicklebendige Gesangskultur aus dem großen Weltreich im Osten zu intonieren. Prächtig anzusehen waren die Sänger mit Kleidern ihres Landes in Glanz und Glimmer. Auch der Akkordeonist, eine junge Tänzerin und Solisten hatten unter der Leitung von Oksana Kharson sofort die Herzen der Zuhörer entflammt, verstanden sie es doch mit Chorgesang in deutscher und russischer Mundart aber auch durch solistische Darbietungen einen absoluten Höhepunkt zu setzen.

Spiritual und Gospel, darauf hatten sich die Swipogos längst einen Namen gemacht. Ihre musikalische Leiterin Diana Schmidt hatte den Puls des Publikums mit „What a wonder-ful world" erhöht. Gesteigert wurde das Ganze mit dem Gospelsong „Down by the Riverside" und zum 30. Todestag von Elvis Presley passte die wunderschöne Ballade „Cant help falling in love" und mit dem immer noch legendären Beach-Boy-Oldie „Babababa Barbara Ann" gelang es auch das Publikum zum Mitklatschen zu animieren.

Kurzweiliges Finale

Kurzweilig dann das Finale, wo die gastgebende Chorgemeinschaft die Frank-Sinatra-Ballade „Something Stupid", zu deutsch „Was kann ich denn dafür" so richtig dezent und einschmeichelnd vortrug und sich mit dem rhythmischen, afrikani sehen Zulu-Song „Siyahamba", be gleitet vom jungen Wyhler Musiker Timo Späth am Bongo, verabschiede­te. Da blieben dem Vorsitzenden Reinhard Lettau nur noch Worte d Dankes.

Einfühlsam in allen Tonlagen präsentierte sich die gastgebende Chorge­meinschaft mit ihrem Dirigenten Hermann Heß sowohl zum Auftakt als auch im Finale eines rundum gelungenen Konzertabends, wobei auch die Gastchöre für entsprechende Profile und Kontraste garantierten.